{"id":138,"date":"2018-08-06T20:39:27","date_gmt":"2018-08-06T18:39:27","guid":{"rendered":"https:\/\/weisermilan.de\/?page_id=138"},"modified":"2021-12-17T11:12:50","modified_gmt":"2021-12-17T10:12:50","slug":"einflussfaktoren-praezision","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/weissermilan.de\/?page_id=138","title":{"rendered":"Einflussfaktoren Pr\u00e4zision"},"content":{"rendered":"\n<p>Wer Pr\u00e4zision erhalten m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber klar werden, was Pr\u00e4zision im eigenen Kontext \u00fcberhaupt bedeutet. Der Benchrestsch\u00fctze wird sicher andere Ma\u00dfst\u00e4be setzen, als der gemeine J\u00e4ger. Sobald das Ziel klar ist, kann man sich den Einflussgr\u00f6\u00dfen widmen. Entscheidend ist, dass alle Faktoren die gew\u00fcnschte Pr\u00e4zision grunds\u00e4tzlich zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Einflussgr\u00f6\u00dfen gibt es?<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Schie\u00dftechnik<\/li><li>Waffensystem<\/li><li>Munition<\/li><li>Umwelteinfl\u00fcsse<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Im Folgenden wird auf die einzelnen Punkte n\u00e4her eingegangen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2><strong>Schie\u00dftechnik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Pr\u00e4zisionssch\u00fcsse wird die Waffe grunds\u00e4tzlich aufgelegt. Der Vorderschaft wird auf einem Sandsack, einem gummigepufferten Zweibein oder Vergleichbarem gelagert. Als Auflageposition sollte, soweit m\u00f6glich, der Schwerpunkt der Waffe gew\u00e4hlt werden. Niemals darf die Waffe auf dem Lauf aufgelegt werden, da dies zu Hochsch\u00fcssen f\u00fchrt. Die Auflage sollte immer weich und damit d\u00e4mpfend sein. Harte Auflagen sind zu vermeiden, auch diese k\u00f6nnen Hochsch\u00fcsse beg\u00fcnstigen. Am Hinterschaft ist eine Auflage nicht unbedingt notwendig, aber ein Sandsack oder auch nur die Hand des Sch\u00fctzen wirken enorm stabilisierend.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend bei dynamischen Disziplinen eine gewisse K\u00f6rperspannung notwendig ist, erfordert das Pr\u00e4zisionsschie\u00dfen mit der Langwaffe eine m\u00f6glichst entspannte Haltung. Die Waffe soll&nbsp;so fest wie n\u00f6tig und gleichzeitig so leicht wie m\u00f6glich in die Schulter des Sch\u00fctzen eingezogen werden (nicht umgekehrt, d.h. der Sch\u00fctze soll sich nicht gegen die Waffe pressen). So fest wie n\u00f6tig bedeutet, dass R\u00fccksto\u00df sicher aufgefangen wird und die Waffe dabei m\u00f6glichst im Ziel bleibt. Die ideale Position in der Schulter ist dort, wo der R\u00fccksto\u00df keine Verletzungen verursacht und wo am wenigsten Bewegungen durch Muskelkontraktion vom K\u00f6rper auf die Waffe \u00fcbertragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die richtige Haltung ist erst dann erreicht, wenn der K\u00f6rper entspannt ist und das Ziel in der Visierlinie bleibt. Insbesondere wenn die Waffe nur am Vorderschaft aufgelegt wird, bewegt sich das Absehen in gleichm\u00e4\u00dfiger Weise auf dem Ziel als Folge der Atmung. Bei st\u00e4rkeren Vergr\u00f6\u00dferungen der Optik ist sogar der Herzschlag des Sch\u00fctzen im Absehen sichtbar, selbst wenn die Waffe vorne und hinten aufgelegt wird. Hierbei kann das Absehen durchaus ein bis zwei Zentimeter auf 100 m Entfernung &#8222;springen&#8220;. Als Gegenma\u00dfnahme kann man entweder den Anschlag leicht variieren oder durch k\u00f6rperliche Fitness f\u00fcr einen ruhigeren Puls sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Atmung soll kurz vor dem Ziehen des Abzugs ausgesetzt werden, jedoch nicht l\u00e4nger als einige Sekunden. Zuvor wird nur zum Teil ausgeatmet, so dass die Atemmuskulatur nicht unter voller Spannung steht und ein Restvolumen an Luft in der Lunge ist, um die Sauerstoffversorgung nicht vollst\u00e4ndig zu unterbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend wird der Abzug gleichm\u00e4\u00dfig von vorne nach hinten durchgezogen, so dass der Sch\u00fctze vom Schuss \u00fcberrascht wird. Handelt es sich um einen Druckpunktabzug wird der Druckpunkt gesucht und dann gleichm\u00e4\u00dfig der Druck durch den Abzugsfinger erh\u00f6ht, bis der Schuss &#8222;\u00fcberraschenderweise&#8220; bricht. Der bewusst herbeigef\u00fchrte Schuss ist dagegen nicht empfehlenswert, da er h\u00e4ufig unterbewusst zum Mucken f\u00fchrt. (Als Mucken wird das Verrei\u00dfen in Folge von unbewusster Schussangst bezeichnet.)<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend dem Schuss bleibt das Zielauge idealerweise ge\u00f6ffnet. Idealerweise deswegen, weil es meist sehr viel \u00dcbung erfordert. Dadurch wird einerseits erm\u00f6glicht, das Abkommen wahrzunehmen, andererseits kann das Verhalten des Ziels beobachtet werden (Jagd). Unmittelbar nach dem Schuss wird der Abzugsfinger weiterhin gleichm\u00e4\u00dfig durchgezogen und erst dann wieder kontrolliert nach vorne bewegt. Anschlie\u00dfend wird der Nachladevorgang eingeleitet (sofern erforderlich). Im fast selben Moment sollte das Ziel mit dem Absehen erneut aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abzugstechnik ist f\u00fcr den Pr\u00e4zisionsschuss enorm wichtig. Wirklich deutlich wird das erst bei schwerg\u00e4ngigen Abz\u00fcgen, wie sie z.B. bei Dienstwaffen vorkommen. Insofern lassen sich Abzugsfehler durch sehr leicht g\u00e4ngige Abz\u00fcge oder &#8211; auf die Spitze getrieben &#8211; durch Stecher kompensieren. Das geschieht jedoch immer auf Kosten der Sicherheit. So sind mir mehrere F\u00e4lle bekannt, in denen sich ein Schuss aufgrund eines zu leichtg\u00e4ngigen Abzugs gel\u00f6st hat. Bei allen zum Gl\u00fcck ohne menschliche Verwundungen. Deswegen bin ich im \u00dcbrigen ein absoluter Gegner von Stechern. Wer eine saubere Abzugstechnik beherrscht, braucht meiner Ansicht nach keinen Stecher. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2><strong>Waffensystem<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Das Waffensystem besteht im Grunde aus der Systemh\u00fclse bzw. dem Geh\u00e4use, dem Lauf, dem Schaft und der Optik samt Montage. Diesen Komponenten wird oft viel mehr Einfluss auf die Pr\u00e4zision zugeschrieben, als es tats\u00e4chlich der Fall ist. Die meisten heutzutage hergestellten Waffen liefern recht passable Ergebnisse. Voraussetzung ist jedoch, dass das Waffensystem grunds\u00e4tzlich in Ordnung ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Folgendes sollte man beachten:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Alle Komponenten m\u00fcssen fest miteinander verbunden sein. Es darf nichts wackeln, klappern oder \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Spielraum haben.<\/li><li>Optik und Montage m\u00fcssen f\u00fcr das Kaliber mit dem damit verbundenen R\u00fccksto\u00df geeignet sein.<\/li><li>Der Lauf muss (sofern konstruktionsbedingt gegeben) freischwingend sein. Er an keiner Stelle des Schaftes anliegen.<\/li><li>Entgegen landl\u00e4ufiger Meinung ist ein langer Lauf kein Pr\u00e4zisionsgarant, ebenso muss ein kurzer Lauf nicht unpr\u00e4zise sein. Den Laufdurchmesser au\u00dfer Acht gelassen, f\u00fchren lange L\u00e4ufe zu einer h\u00f6heren Geschossgeschwindigkeit und damit zu mehr Energie im Ziel, allerdings kann der Einfluss von ung\u00fcnstigen Laufschwingungen auch gr\u00f6\u00dfer sein.<\/li><li>Das System und insbesondere der Lauf m\u00fcssen sauber gehalten werden. Vor allem bei der Verwendung von bleifreien Geschossen ist eine Laufreinigung in relativ kurzen Abst\u00e4nden erforderlich.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2><strong>Munition<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-1024x687.jpg\" alt=\"Wiedergeladene Patronen im Kaliber .308 Win mit Hornady V-MAX 110 gr Geschossen.\" class=\"wp-image-750\" width=\"512\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-300x201.jpg 300w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-768x515.jpg 768w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-1536x1030.jpg 1536w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-2048x1373.jpg 2048w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PatronenHintergrund2schmal-90x60.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption><em>Wiedergeladene Patronen im Kaliber .308 Win mit Hornady V-MAX 110 gr Geschossen.<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die&nbsp;richtige Munition ist ein besonders entscheidender Faktor. Nicht umsonst betreiben Wiederlader einen enormen Aufwand, um eine passende Laborierungen herzustellen. Wer Fabrikmunition verwendet, hat zwar den geringeren Aufwand, daf\u00fcr aber auch weniger Stellschrauben, um das Optimum aus seiner Waffe herauszuholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist es wichtig, dass sich die einzelnen Patronen m\u00f6glichst wenig voneinander unterscheiden. H\u00fclsenvolumen, Pulvermenge und Geschossgewicht m\u00fcssen in jeder Patrone m\u00f6glichst gleich sein, um gute Ergebnisse zu liefern. Ganz wichtig sind auch die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit und Konzentrizit\u00e4t der H\u00fclsengeometrie. Die meisten etablierten Hersteller bekommen die Gleichm\u00e4\u00dfigkeit innerhalb eines Loses in mehr oder weniger ausreichendem Ma\u00dfe hin.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200729Geschosse224schmal-1024x371.jpg\" alt=\"Verschiedene Geschosse im Kaliber 224: S&amp;B FMJ 55gr, Speer SP 50 gr, Speer SP 70 gr, Sierra SBT 50 gr, Sierra SBT 65 gr, Hornady V-MAX 60 gr, Nosler HPBT 69 gr, Barnes TTSX 62 gr, Sierra TMK 77 gr, Sierra TMK 69 gr, Sierra Blitzking 55 gr (v.l.n.r.).\" class=\"wp-image-755\" width=\"512\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200729Geschosse224schmal-1024x371.jpg 1024w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200729Geschosse224schmal-300x109.jpg 300w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200729Geschosse224schmal-768x278.jpg 768w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200729Geschosse224schmal-1536x556.jpg 1536w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200729Geschosse224schmal-2048x741.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption><em>Verschiedene Geschosse im Kaliber 224: S&amp;B FMJ 55gr, Speer SP 50 gr, Speer SP 70 gr, Sierra SBT 50 gr, Sierra SBT 65 gr, Hornady V-MAX 60 gr, Nosler HPBT 69 gr, Barnes TTSX 62 gr, Sierra TMK 77 gr, Sierra TMK 69 gr, Sierra Blitzking 55 gr (v.l.n.r.).<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ebenso entscheidend ist die Wahl des Geschosses. Bei jeder Waffe wird es Geschosse geben, die sehr gut laufen und solche, die nicht gut funktionieren. Leider gibt es keine zuverl\u00e4ssige Vorhersagem\u00f6glichkeit, welche Geschosse in einer bestimmten Waffe enge Streukreise bringen. Selbst zwei baugleiche Waffen k\u00f6nnen mit der gleichen Munition unterschiedliche Ergebnisse liefern. L\u00e4ufe sind sozusagen Individuen. Daher bleibt letztendlich nur das Ausprobieren, welches Geschoss am besten funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PulverLose-1024x867.jpg\" alt=\"Verschiedene Pulver von Norma: 200 (unten), 202 (rechts) und 203-B (links).\" class=\"wp-image-749\" width=\"512\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PulverLose-1024x867.jpg 1024w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PulverLose-300x254.jpg 300w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PulverLose-768x650.jpg 768w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PulverLose-1536x1301.jpg 1536w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730PulverLose-2048x1734.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption><em>Verschiedene Pulver von Norma: 200 (unten), 202 (rechts) und 203-B (links).<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Auch Pulver und Z\u00fcndh\u00fctchen haben einen Einfluss auf die Pr\u00e4zision. Zum Beispiel gibt es Pulver, die mit bestimmten Kalibern und Laufl\u00e4ngen besser harmonieren, als mit anderen. Hier kann man sich an den Empfehlungen der Hersteller oder auch an Empfehlungen von Sch\u00fctzenkameraden orientieren. Allerdings ist zu beachten, dass sich die Pulvereigenschaften von Los zu Los teilweise erheblich \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Wiederlader hier vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten hat, bleibt dem Benutzer von Fabrikmunition letztendlich nur das Ausprobieren verschiedener Munitionssorten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Patronenhersteller ist \u00fcbrigens in der Regel nicht das ausschlaggebende Kriterium, so dass ich bei der Auswahl immer mit der g\u00fcnstigsten, geeigneten Patrone beginnen w\u00fcrde. Sollte diese nicht passen, kann man dann zur n\u00e4chst teureren wechseln.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h2><strong>Umwelteinfl\u00fcsse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Einfluss von Umweltfaktoren gewinnt mit zunehmender Zielentfernung an Bedeutung. Im Wesentlichen lassen sich s\u00e4mtliche Umwelteinfl\u00fcsse auf folgende Gr\u00f6\u00dfen reduzieren:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Windgeschwindigkeit und -richtung<\/li><li>Temperatur<\/li><li>Luftdruck<\/li><li>relative Luftfeuchtigkeit<\/li><li>Schwerkraft<\/li><li>Corioliskraft<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Windgeschwindigkeit und -richtung<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Wind hat einen enormen Einfluss auf die Flugbahn. Je nach Windrichtung wird das Geschoss beschleunigt, abgebremst und\/oder zur Seite abgelenkt. Das Beschleunigen oder Abbremsen des Geschosses wirkt sich auf die Treffpunktlage erst bei sehr niedrigen Geschossgeschwindigkeiten (&lt; 350 m\/s) und damit \u00fcber der Entfernungsgrenze der g\u00e4ngigen B\u00fcchsenkaliber aus. Daher wird \u00fcblicherweise nur die Seitenabweichung ber\u00fccksichtigt, diese hat aber massive Auswirkungen. Als Faustformel kann bei einer Windgeschwindigkeit von 2 m\/s senkrecht zur Geschossflugbahn von 1 bis 2 cm Seitenabweichung auf 100 m ausgegangen werden. Kommt der Wind von 45\u00b0 zur Schussrichtung, ist nur die halbe Windgeschwindigkeit anzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu beachten ist hier auch der Einfluss des Geschossdralls, dieser zieht das Geschoss immer in Drallrichtung, bei einem Rechtsdrall also nach rechts. Beispielsweise f\u00fchrt eine Windgeschwindigkeit von 2 m\/s auf 500 m Entfernung zu einer Seitenabweichung von 46 cm, wenn der Wind von links kommt und lediglich nur 33 cm, wenn der Wind von rechts kommt (Kaliber .308 Win, 165 gr SBT, v0 = 791 m\/s, 1:12\u201c). Im ersten Fall beschleunigt der Drall die Abweichung, w\u00e4hrend er sie im zweiten Fall abbremst. Deshalb muss der Geschossdrall in Windtabellen immer ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn man nun die Winddrift relativ leicht berechnen kann, ist die Realit\u00e4t leider um einiges komplizierter. Oft wechselt das Gel\u00e4ndeprofil, es gibt Senken und Erh\u00f6hungen und auch die Vegetation \u00e4ndert sich entlang der Flugbahn. Das sorgt f\u00fcr Verwirbelungen und l\u00e4sst damit keinen gleichm\u00e4\u00dfigen Luftstrom des Windes zu. Auch bl\u00e4st der Wind bekannterma\u00dfen gerne in B\u00f6en, wodurch sich die Windgeschwindigkeit laufend \u00e4ndern kann. Und letztendlich wird man in den meisten F\u00e4llen die Windst\u00e4rke und -richtung nur an der Sch\u00fctzenposition messen k\u00f6nnen. Also gibt es viele Unsicherheiten und das Einsch\u00e4tzen des Windes wird mehr oder weniger zur Erfahrungssache.<\/p>\n\n\n\n<h4>Temperatur<\/h4>\n\n\n\n<p>Neben dem Wind hat auch die Lufttemperatur einen Einfluss auf die Treffpunktlage. Mit sinkender Temperatur erh\u00f6ht sich die Luftdichte und damit nimmt der Luftwiderstand zu. Das f\u00fchrt wiederum zu einem Tiefschuss. Wirklich deutlich wird der Effekt erst bei gr\u00f6\u00dferen Distanzen und deutlichen Temperaturunterschieden. So betr\u00e4gt der Tiefschuss bei einer Temperatur\u00e4nderung von 30 auf 10 \u00b0C bei einer Entfernung von 400 m ca. 0,1 mrad, also 4 cm. Bei 600 m Entfernung sind es schon 0,3 mrad, also 18 cm und bei 800 m Entfernung bereits 0,6 mrad, also 48 cm (Kaliber .308 Win, 165 gr SBT, v0 = 791 m\/s).<\/p>\n\n\n\n<p>Und dabei ist hier die Pulvertemperatur noch gar nicht ber\u00fccksichtigt. Fast alle Pulver weisen eine deutliche Temperaturempfindlichkeit auf. Bei einem klassischen einbasigen Pulver, wie dem Vihtavuori N140 sorgt das Absinken der Temperatur von 30 auf 10 \u00b0C f\u00fcr einen Tiefschuss von 4 cm auf 400 m, von 12 cm auf 600 m und von 28 cm auf 800 m. Da die Patronentemperatur oft nicht der Lufttemperatur entspricht, macht eine Ber\u00fccksichtigung in Ballistiktabellen keinen Sinn, hier hilft es dann nur, die Patronen m\u00f6glichst unter gleichbleibenden Bedingungen aufzubewahren. Also z.B. nah am K\u00f6rper.<\/p>\n\n\n\n<p>In Summe h\u00e4tten wir \u00fcbrigens folgende Tiefsch\u00fcsse allein aufgrund des Temperaturunterschieds:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>400 m: 8 cm<\/li><li>600 m: 30 cm<\/li><li>800 m: 76 cm<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber sollte man sich im Klaren sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren gibt es noch optische Beeintr\u00e4chtigungen, die durch Temperaturunterschiede von verschiedenen Luftschichten verursacht werden und zu Treffpunktabweichungen f\u00fchren k\u00f6nnen. Dieses Hitzeflimmern ist vor allem im Long Range Bereich ein als Mirage bekanntes Ph\u00e4nomen. Aber es hat auch sein Gutes, daran l\u00e4sst sich n\u00e4mlich der Wind auch auf gr\u00f6\u00dfere Distanzen einsch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<h4>Luftdruck<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Einfluss des Luftdrucks auf die Geschossflugbahn aufgrund Wetterver\u00e4nderungen ist relativ gering. Erst ab einer Distanz von ca. 450 m gibt es leichte Effekte. Anders sieht es jedoch aus, wenn sich der Luftdruck aufgrund der H\u00f6henlage \u00e4ndert. Befindet sich der Sch\u00fctze zuerst auf Meeresh\u00f6he und f\u00e4hrt er dann in die Berge auf 1000 m \u00fcber dem Meeresspiegel, hat er beispielsweise mit folgenden Hochsch\u00fcssen allein aufgrund des Luftdrucks zu rechnen (Kaliber .308 Win, 165 gr SBT, v0 = 791 m\/s, T = 10 \u00b0C):<\/p>\n\n\n\n<ul><li>400 m: 6 cm<\/li><li>600 m: 25 cm<\/li><li>800 m: 76 cm<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Fahrt vom Meer in die Berge kommt zugegebenerma\u00dfen eher nicht so h\u00e4ufig vor, die 1000 m H\u00f6henunterschied sind hier im Voralpenland aber gar nicht so selten. In den Bergen kommen sogar noch gr\u00f6\u00dfere H\u00f6henunterschiede zum Tragen. Daher ist eine Ballistiktabelle immer auf eine bestimmte H\u00f6he \u00fcber Normalnull bezogen. <\/p>\n\n\n\n<h4>Relative Luftfeuchtigkeit<\/h4>\n\n\n\n<p>Die relative Leuchtfeuchtigkeit beeinflusst die Flugbahn nur in recht geringem Ma\u00dfe. So wird erst ab ca. 900 m Entfernung eine gewisse Abweichung sp\u00fcrbar. Mit zunehmender Luftfeuchtigkeit verringert sich der Luftwiderstand, so dass beispielsweise bei einer \u00c4nderung der relativen Luftfeuchtigkeit von 55 auf 100 % rF auf 1000 m Entfernung ein Hochschuss von 10 cm zu erwarten ist. Angenommen es wird mit einer Waffe geschossen, die \u00bd MOA Pr\u00e4zision erreicht, betr\u00e4gt allein aufgrund der Waffe der Streukreis auf diese Entfernung ca. 15 cm. Schon wegen dem Wind wird der Streukreis auf diese Entfernung aber wesentlich gr\u00f6\u00dfer sein, so dass die Luftfeuchtigkeit in der Praxis kaum ins Gewicht f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"966\" height=\"509\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200617Umwelteinfl\u00fcsseTPL.png\" alt=\"Verschiedene Geschosse im Kaliber 224: S&amp;B FMJ 55gr, Speer SP 50 gr, Speer SP 70 gr, Sierra SBT 50 gr, Sierra SBT 65 gr, Hornady V-MAX 60 gr, Nosler HPBT 69 gr, Barnes TTSX 62 gr, Sierra TMK 77 gr, Sierra TMK 69 gr, Sierra Blitzking 55 gr (v.l.n.r.).\" class=\"wp-image-746\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200617Umwelteinfl\u00fcsseTPL.png 966w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200617Umwelteinfl\u00fcsseTPL-300x158.png 300w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200617Umwelteinfl\u00fcsseTPL-768x405.png 768w\" sizes=\"(max-width: 966px) 100vw, 966px\" \/><figcaption><em>\u00c4nderung der Treffpunktlagen aufgrund verschiedener Umwelteinfl\u00fcsse unter Normal- und Extrembedingungen. Luftdruck\u00e4nderung um 40 hPa, \u00c4nderung der relativen Feuchte um 45% und Temperaturdifferenz von 40 K. Hinweis: Dargestellt ist nicht der absolute Tiefschuss, sondern der sich ergebende Tiefschuss aufgrund der \u00c4nderung der Umweltbedingungen.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h4>Schwerkraft<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Schwerkraft wirkt \u00fcber die gesamte Flugbahn gleichm\u00e4\u00dfig auf das Geschoss ein, so dass es im Verlauf des Fluges an H\u00f6he verliert. Dadurch, dass sich mit steigender Entfernung die Geschossgeschwindigkeit verringert, gewinnt die Schwerkraft zunehmend an Einfluss. Daraus ergibt sich die typische ballistische Kurve. Das Sch\u00f6ne an der Sache ist: Diese Kurve l\u00e4sst sich mittels Ballistikprogrammen berechnen und damit kann der Geschossabfall mittels einer ASV leicht kompensiert werden. Das funktioniert, solange die Entfernung bekannt und die Waffe absolut waagrecht ausgerichtet ist. Wird die Waffe nun (unbewusst) verkantet, wirkt die Kompensation ein paar Grad in die falsche Richtung. Dadurch ist ein zur Seite abweichender (leichter) Tiefschuss zu erwarten. Die Abweichung in der H\u00f6he kann in der Praxis vernachl\u00e4ssigt werden, die Seitenabweichungen bei einer um 10\u00b0 nach rechts verkanteten Waffe ergeben sich wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>400 m: 3,9 cm<\/li><li>600 m: 6,6 cm<\/li><li>800 m: 9,2 cm<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Abweichung bei Verkantung der Waffe f\u00e4llt also insgesamt recht moderat aus. Etwas anders sieht es beim Schuss bergauf oder bergab aus. In beiden F\u00e4llen verringert sich der Einfluss der Schwerkraft, so dass ein Hochschuss die Folge ist. Folgende Tabelle zeigt die Treffpunktabweichungen f\u00fcr verschiedene Schusswinkel und Entfernungen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730HochschussGel\u00e4ndewinkel-1.png\" alt=\"Abweichungen der Treffpunktlage in cm bei verschiedenen Gel\u00e4ndewinkeln. Ob bergauf oder bergab geschossen wird, spielt dabei keine Rolle.\" class=\"wp-image-754\" width=\"485\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730HochschussGel\u00e4ndewinkel-1.png 647w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730HochschussGel\u00e4ndewinkel-1-300x122.png 300w\" sizes=\"(max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><figcaption><em>Abweichungen der Treffpunktlage in cm bei verschiedenen Gel\u00e4ndewinkeln. Ob bergauf oder bergab geschossen wird, spielt dabei keine Rolle.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-genau.png\" alt=\"Gel\u00e4ndeneigungen und Korrekturfaktoren\" class=\"wp-image-752\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-genau.png 500w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-genau-300x300.png 300w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-genau-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption><em>Gel\u00e4ndeneigungen und Korrekturfaktoren<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nun stellt sich die Frage, wie lassen sich die Hochsch\u00fcsse kompensieren? Eine sehr genaue Methode stellt nebenstehende Grafik dar. Darin sind die Neigungen 15\u00b0, 30\u00b0, 45\u00b0 und 60\u00b0 mit jeweils einem Korrekturfaktor dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den Einfluss der Gel\u00e4ndeneigung zu kompensieren, wird die aufgrund der Entfernung zu verstellende Klickzahl mit dem jeweiligen Korrekturfaktor multipliziert. Wenn also der Geschossabfall auf 400 m Entfernung mit 26 Klicks zu kompensieren ist, dann w\u00e4ren bei einem Schusswinkel von 30 Grad nur noch 0,84 x 26 = 22 Klicks einzustellen. Bei einem Gel\u00e4ndewinkel von 45\u00b0 w\u00e4ren es 0,67 x 26 = 17 Klicks.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-vereinfacht.png\" alt=\"Die Korrekturfaktoren von Major Plaster sind sehr zuverl\u00e4ssig bis zu einer Entfernung von 600 m und einem Gel\u00e4ndewinkel von 45 Grad.\" class=\"wp-image-751\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-vereinfacht.png 500w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-vereinfacht-300x300.png 300w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200730Neigung-vereinfacht-150x150.png 150w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption><em>Die Korrekturfaktoren von Major Plaster sind sehr zuverl\u00e4ssig bis zu einer Entfernung von 600 m und einem Gel\u00e4ndewinkel von 45 Grad.<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die angegebenen Korrekturfaktoren liefern sehr genaue Werte f\u00fcr obige Beispiellaborierung, allerdings ist es nur verst\u00e4ndlich, wenn man diese unrunden Zahlen in der Praxis nicht immer parat hat. Eine einfachere Variante sind die Korrekturwerte von Major John Plaster (Buch \u201eThe Ultimate Sniper\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Er verwendet nur zwei Korrekturwerte: 0,7 f\u00fcr 45\u00b0 und 0,9 f\u00fcr 30\u00b0. Bei einem Winkel von 15\u00b0 wird gar nicht korrigiert und 60\u00b0 d\u00fcrften in der Praxis kaum vorkommen. Insofern funktioniert diese wesentlich einfachere Variante sehr gut, solange die Entfernung 600 m nicht \u00fcberschreitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt betrachten wir noch den \u201eeinfachsten\u201c Fall: Die Waffe ist weder verkantet, noch wird bergauf oder bergab geschossen. Der Geschossabfall ist f\u00fcr jede Kombination aus Waffe, Munition und Umweltbedingungen sehr individuell und kann mittels eines Ballistikrechners f\u00fcr verschiedene Gegebenheiten ermittelt werden. Daraus k\u00f6nnen dann umfangreiche Ballistiktabellen erstellt werden. Der Vollst\u00e4ndigkeit halber sei hier noch der Geschossabfall f\u00fcr unsere Beispiellaborierung auf verschiedene Entfernungen aufgelistet:<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<ul><li>200 m: -11 cm<\/li><li>400 m: -105 cm<\/li><li>600 m: -330 cm<\/li><li>800 m: -751 cm<\/li><li>1000 m: -1450 cm<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wer kein Ballistikprogramm besitzt, dem biete ich hier die M\u00f6glichkeit an, eine individuelle Tabelle zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<h4>Corioliskraft<\/h4>\n\n\n\n<p>Durch die Rotation der Erde wirkt auf das sich bewegende Geschoss eine Tr\u00e4gheitskraft, die den sogenannten Coriolis-Effekt bewirkt. Die Folge ist eine H\u00f6hen- und\/oder Seitenabweichung der Treffpunktlage. Vereinfacht gilt folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p>Wird nach Osten geschossen, ergibt sich ein Hochschuss, wird nach Westen geschossen, ergibt sich ein Tiefschuss. Beim Schuss nach Norden oder S\u00fcden weicht die Treffpunktlage nach rechts ab. Alle anderen Schussrichtungen ergeben Kombinationen der genannten Abweichungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirklich relevant wird der Einfluss der Corioliskraft erst bei sehr gro\u00dfen Entfernungen. Mit einer ASV mit 0,1 mrad Teilung l\u00e4sst sie sich sowieso erst ab rund 1000 m korrigieren, erst dort \u00fcberschreitet die Abweichung 0,1 mrad.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr unsere Beispiellaborierung ergeben sich folgende Treffpunktabweichung aufgrund des Corioliseffekts:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200731CoriolisH\u00f6he-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-748\" width=\"407\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200731CoriolisH\u00f6he-1.png 407w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200731CoriolisH\u00f6he-1-300x123.png 300w\" sizes=\"(max-width: 407px) 100vw, 407px\" \/><figcaption><em>H\u00f6henabweichung durch Corioliseffekt.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200731CoriolisSeite-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-747\" width=\"407\" height=\"167\" srcset=\"https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200731CoriolisSeite-1.png 407w, https:\/\/weissermilan.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/200731CoriolisSeite-1-300x123.png 300w\" sizes=\"(max-width: 407px) 100vw, 407px\" \/><figcaption><em>Seitenabweichung durch Corioliseffekt.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>In der hierzulande \u00fcblichen Praxis ist der Effekt also in den meisten F\u00e4llen vernachl\u00e4ssigbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Achtung: s\u00e4mtliche theoretisch ermittelten Umweltdaten sollten unbedingt in der Praxis verifiziert werden!<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Bei 100 m Entfernung haben Umwelteinfl\u00fcsse auf die Trefferleistung wenig Einfluss (vom Wind mal abgesehen). Selbst Regen und Schnee wirken sich auf die Treffpunktlage kaum aus, sofern die Waffe nicht direkt beeintr\u00e4chtig ist (das hei\u00dft kein Wasser im Lauf oder an der M\u00fcndung). F\u00fcr alle deutlich weiteren Schussdistanzen m\u00fcssen Umwelteinfl\u00fcsse Ber\u00fccksichtigung finden.<strong><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer Pr\u00e4zision erhalten m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber klar werden, was Pr\u00e4zision im eigenen Kontext \u00fcberhaupt bedeutet. Der Benchrestsch\u00fctze wird sicher andere Ma\u00dfst\u00e4be setzen, als der gemeine J\u00e4ger. 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